Dipl.-Psych. Univ. Antje Preibisch

Eidg. anerkannte Psychotherapeutin, Psychologin FSP       Diplomierte Bio- und Neurofeedbacktherapeutin

Was ist Kognitive Verhaltenstherapie?

Die Kognitive Verhaltenstherapie ist ein Spezialgebiet der Psychotherapie. Sie vereint kognitive Verfahren, welche bei den Einstellungen, Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen von Menschen ansetzen, und Verhaltenstherapie, welche eine Veränderung des Verhaltens von Menschen anstrebt.

 

Die Kognitive Verhaltenstherapie geht davon aus, dass die Art und Weise wie wir denken, wie wir fühlen, wie wir körperlich reagieren und wie wir uns verhalten, eng miteinander verbunden sind. So können beispielsweise Gedanken ganz entscheidend beeinflussen, ob wir eine Aufgabe oder Prüfungssituation als Herausforderung oder als Überforderung erleben. Entsprechend anders reagieren Menschen in ein und derselben Situation entweder mit Panik, mit entspannter Gelassenheit oder mit Freude. Schon die alten Griechen vor mehr als 2000 Jahren erkannten diesen Zusammenhang. So soll der griechische Philosoph Epiktet gesagt haben: "Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge".

 

Die Grundhaltung der Kognitiven Verhaltenstherapie ist eine lösungsorientierte und sehr optimistische, weil sie davon ausgeht, dass wir Situationen in der Gegenwart bewältigen können, indem wir entweder an der Situation selbst, aber eben auch an der Art und Weise, wie wir über eine Situation denken oder wie wir uns in einer Situation verhalten, Veränderungsprozesse in Gang setzen können. Das Ziel besteht letztlich darin, unangenehme Gefühlszustände wie Ängste oder Depressionen zu reduzieren, und hierdurch Lebensqualität, Lebensfreude und Gelassenheit selbst im Umgang mit schwierigen Momenten zu steigern.

 

Ein Teilprozess der therapeutischen Arbeit besteht oft darin, dass man gemeinsam nach lebensgeschichtlichen Ursachen einer Problematik sucht. Für viele Menschen kann es sehr entlastend sein, zu verstehen, warum sie immer wieder nach gleichen Mustern handeln und sich so schwer tun, diese einfach abzulegen, obwohl sie doch längst um deren Schädlichkeit wissen. Aber selbst, wenn diese Suche nach den Ursachen erfolglos bleiben sollte, findet man in der Regel trotzdem Möglichkeiten, durch Veränderungen im "Hier und Jetzt" eine Linderung von Beschwerden zu erzielen.

 

Eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen einer Kognitiven Verhaltenstherapie ist die Bereitschaft eines Menschen, eigenes Denken, Fühlen und Verhalten zu hinterfragen und Neues auszuprobieren, um gewohnte oder vielleicht sogar schädliche Denk- und Verhaltensmuster zu überwinden. Deshalb gehören konkrete Übungen (z. B. Konfrontationsübungen im Rahmen einer Angstbehandlung) zu einer erfolgreichen Behandlung dazu.
 
Neben der Kognitiven Verhaltenstherapie fliessen in meine Arbeit weitere psychotherapeutische Elemente und Methoden ein, wie beispielsweise:
 
  • Erlebnisorientierte und Emotionen aktivierende Verfahren (Psychodrama)
  • Schematherapie
  • Entspannungs- und Atemtechniken
  • Imaginationstechniken
  • Elemente aus der Körpertherapie
  • Kreative Gestaltungsmittel


Wie lange dauert eine Therapie?

Die Kognitive Verhaltenstherapie hat das Ziel, Menschen möglichst schnell zu befähigen, wieder selbstbestimmt und unabhängig von professioneller Hilfe zu leben. Aus diesem Grund handelt es sich um eine Kurzzeittherapie die in der Regel zwischen 10 und 30 Sitzungen über ein Jahr verteilt in Anspruch nimmt. Nur in Ausnahmefällen, wenn beispielsweise eine Erkrankung schon sehr lange besteht, bei schweren Beziehungsstörungen oder wenn einem Problem traumatische Erfahrungen zugrundeliegen, benötigt man eine Langzeittherapie von 50 oder sogar mehr Sitzungen.
 
Eine Sitzung dauert für gewöhnlich 50 Minuten, im Falle einer Konfrontationstherapie (z. B. bei Angst- oder Zwangserkrankungen) kann eine "Sitzung" auch mehrere Stunden in Anspruch nehmen.