Dipl.-Psych. Univ. Antje Preibisch

Eidg. anerkannte Psychotherapeutin, Psychologin FSP       Diplomierte Bio- und Neurofeedbacktherapeutin

Was ist Biofeedback?

Biofeedback ist eine wissenschaftlich anerkannte, wirksame, nicht-invasive Therapie- und Trainingsmethode. Im Biofeedback werden körperliche Prozesse, die wir normalerweise kaum, ungenau oder gar nicht bewusst wahrnehmen können, mittels Sensoren gemessen, mit Hilfe elektronischer Geräte in sichtbare oder hörbare Signale umgewandelt und uns hierdurch zurückgemeldet. Zu diesen so genannten "autonomen" oder "vegetativ gesteuerten" Körpersignalen gehören beispielsweise unsere Atmung, muskuläre Anspannung, unsere Körpertemperatur, die Puls- und Herzfrequenz, die Aktivität der Schweissdrüsen unserer Haut oder die elektrische Aktivität unseres Gehirns (Neurofeedback).

 

Autonome oder vegetative Körperprozesse können in Folge psychischer oder psychosomatischer Erkrankungen aus dem Gleichgewicht geraten. Dies kann wiederum eine Vielzahl unangenehmer Beschwerden wie Herzrasen, Schweissausbrüche, Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, muskuläre Verspannungen oder Verdauungsprobleme nach sich ziehen.  

 

Durch die Rückmeldung von Signalen des eigenen Körpers während einer Biofeedback-Therapie, lernen Menschen, sich und ihren Körper bewusster wahrzunehmen und Zustände körperlicher Anspannung von Entspannung zu unterscheiden. Damit dient Biofeedback einer Verbesserung der Achtsamkeit respektive einer Schärfung des Bewusstseins für eigene innere Zustände. In der Psychotherapie spricht man von einer Erhöhung der Interozeptionsfähigkeit. 

 

Menschen lernen mit Hilfe von Biofeedback aber nicht nur, ihren Körper und dessen Reaktionen achtsamer wahrzunehmen, sondern vor allem, körperliche Vorgänge gezielt zu beeinflussen, zu reduzieren oder zu stimulieren, z. B. die Muskelanspannung zu senken oder die Atmung ruhig und gleichmässig werden zu lassen. Erfolge stellen sich oft bereits in den ersten Trainingssitzungen ein und häufig gelingt es Menschen bereits nach kurzer Zeit, eigene Körperreaktionen zu steuern und hierdurch Beschwerden zu reduzieren oder schwierige Situationen im Alltag entspannter und gelassener zu meistern - auch ohne die anfangs hilfreiche technische Unterstützung.


Wann hilft Biofeedback?

Biofeedback kann bei folgenden Erkrankungen, Beschwerden oder Problemen hilfreich sein:

 

  • Schmerzsyndrome (Migräne, Spannungskopfschmerzen, chronische Rückenschmerzen)
  • Raynaud-Syndrom
  • Angst- und Panikstörungen
  • Depressionen, Burnout
  • Tinnitus
  • Stress und vegetative Beschwerden (z. B. Herzrasen, Schwitzen, Verdauungsbeschwerden)

 

Dauer und Frequenz einer Biofeedback-Therapie

Je nach Schweregrad und Chronifizierung von Beschwerden kann man grob von 5 bis 35 Sitzungen ausgehen (Neurofeedback als Spezialform des Biofeedback nimmt in der Regel bis zu 35 Sitzungen in Anspruch). Anfangs kann es unter Umständen sinnvoll sein, 1 bis 2mal pro Woche eine Biofeedback-Trainingseinheit zu absolvieren. Später kann es ausreichen, im Abstand von mehreren Wochen oder sogar Monaten Sitzungen zum "Auffrischen" in Anspruch zu nehmen, bis neu gelernte Strategien nachhaltig verinnerlicht sind. Das Ziel ist, dass Sie gelernte Strategien so schnell wie möglich ohne technische Hilfe im Alltag einsetzen lernen.


Was spricht für Biofeedback?

 

  • Biofeedback ist nicht-invasiv, d. h. dass weder ein mechanischer (z. B. durch einen operativen Eingriff) noch ein chemischer Eingriff (z. B. durch Medikamente) in den Körper vorgenommen wird.
  • Biofeedback kann die Notwendigkeit des Einsatzes von Medikamenten vermindern oder sogar völlig ausschalten.
  • Biofeedback kann eine Behandlungsalternative für Patienten sein, bei denen Medikamente kontraindiziert sind.
  • Biofeedback kann eine Alternative zu Medikamenten unter bestimmten Bedingungen (z. B. während einer Schwangerschaft) sein.

 

Nebenwirkungen einer Biofeedback-Therapie sind nicht bekannt. Sie ist auch für Kinder ab ca. 6 Jahren und für Menschen mit Handicap geeignet. Für viele der oben genannten Indikationen sind stichhaltige Wirksamkeitsnachweise in Form kontrollierter Studien erbracht mit mittleren bis hohen Effektstärken.


***Bitte setzen Sie nie ohne Wissen ihres Arztes Medikamente ab oder verändern Sie die Dosierung!***